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Konzept, Choreographie: Willi Dorner
Tanz, Choreographie: Tomas Danielis, Sebastian Gec, Katie Green, Werner Nigg, Lisa Oettinghaus, Anna Reitbauer, Esther Steinkogler
Komposition: Bernhard Lang
Audio-Software-Development: Thomas Musil, IEM / KUG
Bühnenbild: Katharina Heistinger
Produktion: Elke Hesse
Photos: Lisa Rastl
Dauer: 70 min.
Premiere: 8. Juli 2010, `Theater der Welt‘, Essen, Deutschland
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Urbandrifting
Ausgangspunkt ist der städtische Raum, wie Stadt gestaltet ist, die architektonische, räumliche Infrastruktur, in der wir leben, und der damit implizit vorgegebenen Bewegungsvorgaben, die verinnerlicht und habitualisiert werden. Dieser hat einen nicht zu überschätzenden Anteil daran, wie wir leben und wie wir die Welt und uns selbst erleben. Er gibt uns eine Gebrauchsweise vor und hat einen hohen Anteil daran, von uns selber abzusehen und die Strukturen der Außenwelt und damit unsere Verhaltensnormierungen als etwas zu erfahren, das nicht wegzudenken ist oder gar nicht anders denkbar ist. Einmal eingeübt und in den Körper eingenistet, wird es als ein Teil von uns selbst erlebt.
Als Gegentraining oder neue räumliche Praxis versteht Willi Dorner dazu die individuelle, physische Wiederaneignung der Stadt. In der Arbeit mit der Gruppe von Performern und Parkours wird die räumliche Infrastruktur analysiert und daraus alternatives Bewegungsverhalten und Bewegungssequenzen entwickelt und so die gegebene Infrastruktur temporär umfunktioniert und neu interpretiert, auf individuelle Weise gebraucht und besetzt.
Dorners Faszination für die Kraft der Körper als Skulpturen zeigte sich bereits in Arbeiten wie der Outdoor Performance ‚bodies in urban spaces’, die die Zuschauer durch mehrere Stadtteile führte und den Blick auf ungewöhnliche Weise auf vertraute Architektur lenkte. ‚above under inbetween’, eine Weiterentwicklung von ‚bodies in urban spaces’, fokussiert wiederum auf das Private, die Wohnung und deren Gestaltungselemente. Die Möbel sind direkt mit unserem Körper verbunden. Die Performer treten in einen „skulpturalen" Dialog mit den Möbeln ein. Durch die widersprüchliche Nutzung dieser vertrauten Elemente und die Verlegung der Aktivitäten in den öffentlichen Raum eröffnen sich neue, differenzierte Wahrnehmungsmöglichkeiten unserer alltäglichen Lebens- und Bewegungsgewohnheiten.
„urbandrifting“ verbindet und führt diese beiden Produktionen weiter. Erstmals arbeitet Dorner hier auch mit Parcours/Freerunnern zusammen, die wiederum ihre Vorstellungen mit öffentlichem Raum umzugehen in die Arbeit mit einbringen. Ausgangspunkt der Performance ist eine Strasse in einem Wohngebiet – danach wird das Publikum weiter durch die Stadt geführt.
Eine Cie. Willi Dorner Produktion. Koproduziert von LINZ 09 Kulturhauptstadt Europas und Dance Advance, an artistic initiative of the Philadelphia Center for Arts and Heritage, funded by The Pew Charitable Trusts and administered by the University of the Arts. Cie. Willi Dorner wird vom Kulturamt der Stadt Wien gefördert.
Willi Dorner dankt Simon Dove und der Arizona State University für deren Hilfe bei der Vorbereitung des Projektes im Rahmen einer Residency im Januar und Februar 2009 und Frie Leysen, die die Premiere von „urbandrifting“ im Rahmen von „Ruhr 2010 – Theater der Welt“ ermöglicht hat.
2010
Festival Theater der Welt, Essen, Deutschland premiere
2011
Festival Boo:m, Seoul, Südkorea
2012
Festival aan de Werf, Utrecht, Niederlande

